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Förderverein Kirchenburg Vachdorf e.V.

Die Anlage

Die Anlage der Vachdorfer Kirchenburg ist eine der grössten und mit am besten erhaltenen ihrer Art im oberen Werratal.
Die Art und Weise der Anlage lässt auf baumeisterliche Hilfe durch die Würzburger Landesherren schliessen. Grundriss und Ausrichtung machen das planmässige Vorgehen ersichtlich, vor allem die Grösse der Aussentoranlagen sind untypisch für den ländlichen Raum in unserer Region.

In der schriftlichen Überlieferung wird von einer Wasserburg mit doppeltem Mauerring, Zwinger, vier Ecktürmen mit vorgelagerten Bastionen, zwei Eingangstoren und einer Zugbrücke über den Wassergraben berichtet. Durch den archäologischen Nachweis (umfangreiche Grabung im Torbereich 1998) des Wassergrabens, der Brückenpfeiler , der Widerlager und der Aussentoranlage werden diese Angaben bestätigt - siehe nebenstehenden Grundriss.

Burganlage und kirchliche Nutzung dürften sich parallel entwickelt haben. Bereits um 930 wird eine Kirche erwähnt, welche dem heiligen St. Ulrich gewidmet war. Dieser sakrale Bau dürfte noch ein Holzbau gewesen sein. Bei der frühen Burganlage dürften Holz, Lehm und Erdwerke als vorwiegende Baumaterialien angesehen werden.

Der komplexe Ausbau wird zwischen dem 12. und 14. Jh. erfolgt sein. Genaue Datierungen sind allerdings sehr schwierig und bedürfen noch weiterer Forschungen.

Während der archäologischen Ausgrabung im Jahre 1998 ( beim Strassenbau im Eingangsbereich) wurden Siedlungsspuren entdeckt, die bis in das 6. Jh. vor der Zeitrechnung datiert werden konnten. Diese Funde im Torbereich reihen sich ein in andere Fundstellen der Vachdorfer Flur und den angrenzenden Werratalgemeinden.

Nachdem der Würzburger Einfluss im henneberger Gebiet zurück gedrängt werden konnte und die Kirchenburgen der Enklaven übernommen worden waren, verlor sich ihre Bedeutung in strategischer Hinsicht. Ebenso liess die Entwicklung der Militärtechnik diese bedeutungslos werden.
Bereits im 30- jährigen Krieg vertraute man den Kirchenburgen nicht mehr als Fluchtburgen. In den Jahren 1641 und 1646 wurde die Vachdorfer Anlage von kaiserlichen Truppen und Kroaten gestürmt.

Spätestens 1799 kam es zu grösseren baulichen Veränderungen an der Anlage der Vachdorfer Kirchenburg. Die Schule, welche innerhalb der Anlage lag und die Aussentoranlagen wurden abgerissen. Ein Neubau für die Dorfschule entstand “ vor dem Tore ” - und beherbergt heute das Gemeindeamt. Kellerumbauten, Grabenaufschüttungen und diverse Brandspuren weisen auf Veränderungen hin.
Gegen Ende des 19. Jh. wurde die südliche Gadenfront abgetragen um den Friedhof zu vergrössern. Hierbei dürften auch die Reste der südlichen Befestigungsanlagen verschwunden sein.

An Wehrgängen und originalen mittelalterlichen Holzkonstruktionen ist nichts mehr vorhanden. Der Hutturm brannte in der Nacht vom 13. zum 14. Juni 1918 aus. Dabei kamen auch zehn Gaden zu Schaden. ende der 30- er Jahre des 20. Jh. gab es bereits Bestrebungen den Hutturm wieder zu errichten. Der II: Weltkrieg verhinderte allerdings dieses Vorhaben.

Eine Studie aus dem Jahre 1978 mit Abrissplänen - welchen fast die gesamte Anlage zum Opfer gefallen wäre - wurde zum Glück nie umgesetzt.

Bis Ende des 20. Jh. wurden die Gaden von den Besitzern als Lagerplätze genutzt. Vereinzelt sind sie auch heute noch in Nutzung.

Durch die Bemühungen der Gemeinde (seit 1993) und ab 1998 durch den Verein konnte der weitere Verfall der Anlage gestoppt werden.

 

Grndriss

                 Zeichnung: K. Morgenbrod

blau - Wassergraben - wurde bei Bedarf 
                gefüllt

schwarz/grau - doppelter Mauerring

rot - Gadenfront

lila - Kirche St. Trinitatis

AK_1

1915          Foto : Archiv K. Morgenbrod

Ende70er

1979            Foto : K. Morgenbrod

Juli_1997 (1)

1997

Juli_1997 (23)

1997

Fotos:M. Wimmer

September_2001 (3)

2001

Denkmaltag_2004 (16)

2002

IMG_1146

Saniertes Aussentor 2008