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Update 17.4.2010

Förderverein Kirchenburg Vachdorf e.V.

Der Hutturm

Der wieder errichtete Hutturm war der letzte von ehemals vermutlich vier inneren Ecktürmen. Sie dienten in Friedenszeiten als Wachtürme - um schnell reagieren zu können bei Bränden und bei kriegerischen Auseinandersetzungen wurden die Einwohner gewarnt vor sich nähernden Truppen.
Zwei Türme sind nachgewiesen - der Hutturm und beim Grundstück Pfarrgasse 104a ist im Keller noch das Fundament des zweiten Turmes zu sehen.
Wir gehen davon aus, dass die Kirchenburganlage mit vier inneren Türmen bestückt war.

In der Nacht vom 13. zum 14. Juni 1918 hallten gegen Mitternacht Rufe durch das Dorf.
Feuer - Feuer hiess es. Die meisten Männer standen für den Kaiser im Felde und so lag es an den Frauen des Dorfes und frz. Kriegsgefangenen das Feuer zu löschen. Beim Turm brannte das oberste Geschoss aus und auch einige Gaden (10 an der Zahl) nahmen Schaden. Die Kirche blieb unversehrt.

Bereits in den 1930 -er Jahren gab es Bestrebungen den Turm wieder zu errichten. Die Pläne dafür wurden durch den Meininger Architekten Trautmann gefertigt. Nach längerem Hin und Her wurde das Vorhaben dann wieder zu den Akten gelegt. Der II. Weltkrieg hatte begonnen und somit lagen die Prioritäten anders. Man verschob den Bau auf “ die Zeit nach dem Kriege ”. Als diese Zeit dann endlich da war gab es wieder wichtigere Dinge zu tun.

In den Jahren seit dem Brand hat der Stumpf des Turmes auch an Höhe verloren. Steine wurden für verschiedene Zwecke verwendet. Die Einwohner gewöhnten sich an den Anblick und es entstand der Ausdruck des Hutzelturms. Viele Vachdorfer wuchsen mit dem Anblick auf.

1998 formierte sich dann der Förderverein Kirchenburg Vachdorf e.V. der sich die Erhaltung und Rekonstruktion der Anlage auf die Fahnen schrieb und das Grundziel war der Wiederaufbau des Hutturmes. Voller Euphorie ging man an`s Werk und man erkannte aber auch, dass es wohl noch lange dauern würde bis man am Ziel war.

Im Jahr 2002 startete der Verein eine Strassen - Sammlung mit dem Zweck, das Fachwerk für den Turm richten zu können. Die Einwohner der Gemeinde unterstützen dieses Vorhaben mit grosszügigen Spenden und zum Tag des offenen Denkmales 2002 konnte das Fachwerk präsentiert werden. Für den Verein war dies ein grosser Erfolg und für die Einwohner eine Bestätigung das die Spenden sinnvoll angewendet werden.

Drei Jahre gingen dann immer noch in`s Land bis unser Verein die Förderzusage erhielt und im Oktober 2005 hatten wir es dann schwarz auf weiss - wir können bauen.

Der Gründonnerstag 2006 war dann der Tag an dem die Arbeiten begannen mit dem errichten des Baugerüstes. Erst wurden einige Lagen des alten Mauerwerkes entfernt bis dann der Wiederaufbau begann. Täglich konnte man die Fortschritte beobachten und das Interesse der Vachdorfer und Gäste an diesem Projekt war sehr gross. Verwendet wurden ausschliesslich Steine welche in der Vachdorfer Flur gesammelt wurden. Ausgeführt wurden die Arbeiten von Firmen der Region!

Am 30.6.2006 war es dann soweit - wir feierten Richtfest. Am Morgen wurde die Innentreppe montiert und gegen 10 Uhr erhob sich das Fachwerk mittels eines Kranes von seinem angestammten Platz, auf welchem es fast vier Jahre stand. Verankert auf dem Turm wurde durch die Zimmerleute mit dem Mittagsleuten der Richtspruch gesprochen und unter dem Beifall der anwesenden Einwohner wurde das Werk vollendet.
An diesem Ereignis nahmen auch die Jüngsten und die Ältesten Vachdorfer teil.

Nach erledigen der Restarbeiten (Holz-/ Maurer- / Maler- / Putzarbeiten) wurde dann am Tag des offenen Denkmales 2006 der Hutturm an die Gemeinde übergeben und unser Traum erfüllte sich. Nach 88 Jahren - 4 Monaten und 23 Tagen hatte unser Turm sein altes Aussehen wieder erhalten
Viele viele Gäste und Ehrengäste nahmen an diesem Ereignis teil und es wurde so richtig gefeiert an diesem Tag.
Als Ehrengäste konnten wir neben unserem Landrat R. Luther, dem MdL M. Heim und Frau B. Müller (Denkmalamt im Landratsamt) auch den damaligen Landeskonservator für Thüringen, Herr Dr. Stefan Winghart (jetzt Präsident des niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege) begrüssen.

 

K_Morgenbrod

Ansicht vor Juni 1918

Foto: Archiv Förderverein

21_03_2006 (1)

Ansicht bis zum 13.4.2006

Foto: M. Wimmer

07_Aug_2006 (55)

Der neue Hutturm 2006

Foto: M. Wimmer